Wendepunkt

Ein Kooperationsprojekt von Koosa und Kinderschutzzentrum St.Gallen

Die ambulante Unterstützung wendet sich an Familien bei denen Eltern grosse Schwierigkeiten bei ihren Kindern erleben oder von der KESB, der Schule oder anderen Fachinstitutionen ein konkreter Handlungs- und Unterstützungsbedarf gesehen wird. Die Unterstützung findet grösstenteils in Räumlichkeiten der Stadt St.Gallen statt.

Wir von der FTG Wendepunkt orientieren uns fachlich am Konzept der Systemischen Interaktionsberatung (SIT). Dementsprechend gehen wir davon aus:

  • Je stärker Eltern im Hilfeprozess beteiligt sind, desto wirkungsvoller und nachhaltiger ist die Hilfe für die Kinder.
  • Eltern wollen aktiv sein – sie wollen ihre Probleme und die Probleme ihrer Kinder selbst angehen und lösen.

Die ambulante Unterstützung dauert maximal ein Jahr und ist in drei verschiedene Phasen unterteilt:

1. Phase / Auftragsklärung – max. 6 Wochen

KESB, Beistandschaft oder andere Auftraggeber wenden sich an die FTG Wendepunkt. Dabei definieren wir gemeinsam mit der auftraggebenden Stelle die ersten Schritte der Unterstützung. Das oberste Ziel der ersten Phase ist es, mit den Eltern eine Basis der Zusammenarbeit zu schaffen. In den Gesprächen achten die Mitarbeitenden sehr genau darauf, nicht in bekannte, wenig förderliche Muster mit den Eltern zu gelangen, um eine aktive Rolle der Eltern von Beginn an zu ermöglichen.

Wir erarbeiten mit den Eltern, welche Veränderungen sie erreichen wollen. Zum Beispiel könnten die Eltern beschliessen, den Druck der Behörde oder der Schule loszuwerden, in dem sie genau dies verändern, welches die Behörde oder Schule bei der Familie an Veränderungsbedarf sieht. Eltern erteilen in dieser Phase den Mitarbeitenden einen ersten konkreten Unterstützungsauftrag. Die Eltern lernen andere Eltern von der FTG Wendepunkt kennen und können Fragen zur Unterstützung stellen. Die Mitarbeiter lernen die ganze Familie kennen.

Gemeinsam erarbeitete Ziele werden zum Ende dieser Phase der auftraggebenden Stelle vorgestellt und in einem Standortgespräch entscheiden alle Beteiligten, ob eine Unterstützung durch die FTG Wendepunkt fortgeführt werden soll.

2. Phase / Intensivphase – max. 24 Wochen

Die Eltern nehmen an der alle zwei Wochen stattfindenden Elterngruppe teil. Hier nutzen sie die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern auszutauschen, Rollenspiele zu machen und sich Rückmeldungen zu ihrem Prozess einzuholen. Die Eltern probieren durch Rollenspiele und Rückmeldungen gewonnene Erkenntnisse mit ihrem Kind in der alle zwei Wochen stattfindenden Familiengruppe aus und prüfen ihre Wirksamkeit. Eltern haben die Möglichkeit, von Mitarbeitenden und anderen Eltern Rückmeldungen zu ihrem Erziehungsverhalten zu erhalten.

Neben den Gruppenangeboten finden Einzelgespräche, Einzelcoaching, Hausbesuche und Synchronisierungsprozesse statt. Es wird individuell geschaut, welchen Unterstützungsbedarf die Familie in der jeweiligen Situation benötigt, um weitere positive Veränderungen bewirken zu können.

Am Ende dieser Phase wird in einer Hilfekonferenz mit der auftraggebenden Stelle gemeinsam entschieden, ob die Veränderungen ausreichen, um in die Stabilisierungsphase zu wechseln.

3. Phase / Stabilisierung – max. 22 Wochen

Die Eltern nehmen weiterhin regelmässig an der Elterngruppe teil. Hier nehmen sie die Rollen der Erfahrenen ein und unterstützen neue Eltern in ihren Prozessen. Individuell wird geschaut, welche weiteren Unterstützungsangebote es noch braucht, um erworbene Fähigkeiten zu festigen. Das können Hausbesuche oder Einzelgespräche sein.

 

 

 

 

 

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Für Sie da

Rolf Straub

Geschäftsleiter Soziale Arbeit

T +41 79 400 61 12

r.straub(at)koosa.ch

Andreas Heim

Kinderschutzzentrum St. Gallen

T +41 71 243 78 02

andreas.heim(at)kszsg.ch